Frühgeborene

Frühgeborene (auch kurz „Frühchen“ genannt) sind Kinder, die mehr als 3 Wochen vor ihrem errechneten Geburtstermin auf die Welt gekommen sind, also jünger als 37 Schwangerschaftswochen sind. Laut Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO sind das in Deutschland zur Zeit ca. 8% der Geburten.


Die Ursachen, die zu einer Frühgeburt führen können sind vielfältig. Am häufigsten wird eine vorzeitige Entbindung durch eine Fruchtwasserinfektion des Kindes ausgelöst. Weitere Ursachen können eine unzureichende Versorgung des Kindes über den Mutterkuchen (Plazenta), Mehrlingsschwangerschaften, Muttermundsschwäche (Cervixinsuffizienz) oder mütterliche Schwangerschaftserkrankungen sein. Die wichtigsten Maßnahme, die vorbeugend ergriffen werden können, sind die Wahrnehmung der regelmäßigen Schwangerschaftsvorsorgen und ein rauchfreie (aktiv und passiv) Schwangerschaft.

Je früher die Kinder vor ihrem eigentlichen Geburtstermin geboren werden, desto mehr Probleme und Komplikationen können sie haben. Ihr Körper ist den Anforderungen des Lebens außerhalb des Mutterleibs noch nicht voll gewachsen und benötigt daher eventuell Unterstützung.

Häufig können Frühchen noch nicht ihre Körpertemperatur stabil halten und ausreichend Nahrung zu sich nehmen. Bei zunehmender Unreife häufen sich Atemprobleme bei Geburt. Bei sehr unreifen Kindern gibt es leider kein Organsystem, das nicht Probleme bereiten könnte. Viele Frühchen, insbesondere die nicht sehr unreifen, haben gar keine oder nur wenige, zwischenzeitliche Probleme.

Die Dauer eines eventuellen Krankenhausaufenthalts richtet sich nach Schwangerschaftswoche und eventuellen Komplikationen. Grob sollten Sie sich auf einen Aufenthalt bis zum Erreichen der 37. Schwangerschaftswoche einstellen.

Zum Zeitpunkt der Entlassung aus der Klinik sind die meisten Probleme gelöst oder unter Kontrolle. Dennoch benötigen Frühchen häufigere kinderärztliche Kontrollen der körperlichen und sonstigen Entwicklung als reif geborene Kinder. Die meisten zu früh geborenen Kinder entwickeln sich erfreulicherweise normal. Teilweise sind jedoch weiterhin Medikamente nötig, müssen Laborkontrollen erfolgen, muss die Physiotherapie fortgesetzt werden, und, und, und … . Je nach Ausmaß der weiterhin bestehenden Probleme, sollten Sie kurz vor oder nach der Entlassung mit dem Entlassungsschein der Kinderklinik Kontakt mit Ihrem weiter behandelnden Kinderarzt aufnehmen.

Der Mutterschutz bei Frühgeburt ist verlängert: statt der regulären 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt eines Kindes stehen Frauen, die ein Frühgeborenes oder Mehrlinge bekommen nach der Entbindung eine verlängerte Mutterschutzfrist von 12 Wochen zu. Bei Frühgeburten verlängert sich die Schutzfrist zusätzlich um den Zeitraum, den die Mutter vor der Geburt nicht in Anspruch nehmen konnte. Gleichzeitig verlängert sich dadurch die Zahlung des Mutterschaftsgeldes.

Jede Frau hat nach der Geburt eines Kindes Anspruch die Betreuung durch eine Hebamme für 10 Tage. Diese kann z.B. bei Stillproblemen oder anderen Schwierigkeiten bis zu 8 Wochen nach der Geburt fortgesetzt werden. Danach ist eine Verordnung vom Kinderarzt notwendig. Bei größeren Problemen wie z.B. Trinkschwierigkeiten oder Problemen bei der Umstellung von der Klinik auf Zuhause werden diese Verordnungen während des ganzen ersten Lebensjahres von den Kassen akzeptiert. Bei längerer Dauer sollte vorher mit der KKrankenkasse Kontakt aufgenommen werden.

Die regulären Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen sollen unbedingt entsprechend des tatsächlichen Alters ab Geburt und nicht entsprechend des korrigierten Alters wahrgenommen werden.

Zum Thema Frühgeborene finden Sie auch Links und Bücher auf dieser Webseite.

Nützliche Broschüren finden Sie auf der Internetseite des Bundesverbandes "Das frühgeborene Kind" e.V.


Quellen

Quellenübersicht (pdf)


Seite zuletzt aktualisiert am 06.12.2013


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