Arzneimittel

In der Klassischen Homöopathie werden Einzelmittel gegeben, die übliche Form sind Globuli (Kügelchen aus Rohrzucker), die mit der Arznei benetzt werden. Auch andere Darreichungsformen sind erhältlich, wie z.B. Tabletten auf Milchzuckerbasis und Tropfen in alkoholischer Lösung.

Da Hahnemann auch Substanzen auf ihre Wirkung erforschte, die in größeren Mengen schädlich sein konnten, verdünnte er die Substanzen mit einer Trägersubstanz. Er fand dabei heraus, dass entgegen unserer materialistischen Denkweise die Heilkraft der Substanz mit jedem Verdünnungsschritt zunahm, sie wurden also potenziert.


Die Arzneien werden durch wiederholte Verschüttelung oder Verreibung potenziert. Die Buchstaben nach dem Namen des Heilmittels zeigen die jeweilige Potenzierungsmethode an. Bei D-Potenzen stehen Mittel zu Trägersubstanz im Verhältnis 1:10, bei C-Potenzen 1:100, bei Q- oder LM-Potenzen 1:50.000. Die folgende Zahl gibt an, wie oft dieser Potenzierungsschritt vollzogen wurde: Bei C2 liegt bereits ein Verhältnis von 1:10.000 vor.

Ab einer bestimmten Stufe (D24) sind statistisch zwar keine Moleküle der ursprünglichen Substanz mehr vorhanden, dennoch findet ein Informationstransfer statt. Wie dieser stattfindet, ist Gegenstand aktueller Forschung. Im ‚New Scientist’ wurden 2001 Forschungsergebnisse veröffentlicht, die zeigten, dass im Wasser gelöste Stoffe bei immer höherer Verdünnung zunehmend so genannte Cluster (Zusammenballungen von Molekülen) bildeten. In einem anderen Versuch reagierten Granulozyten (eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen) genauso auf den unverdünnten Botenstoff Histamin wie auf jenseits der Nachweisgrenze verdünntes Histamin.

Genauso wie bei der Wirkstärke zeigte sich auch, dass die Wirkdauer mit der Potenzierung zunimmt, sie ist aber auch abhängig von der Art der Krankheit.


Verschreibung möglichst passender Arzneimittel

In der Homöopathie stehen aktuell über 2500 Substanzen zur Verfügung, für die jeweils zum Teil mehrere hundert Symptome verzeichnet sind. Außer bei sehr prägnanter Symptomatik ist es unmöglich, ohne Hilfsmittel Ihre individuelle Symptomatik mit der eines Arzneimittels zu vergleichen. So werden oft bereits beim Gespräch in einem Buch – oder meist komfortabler in einem Computer – die Symptome aufgesucht und das individuelle Muster analysiert. Bei komplizierten Fällen bedarf es einer eingehenden Aufarbeitung des Krankheitsfalles, so dass Sie dann wahrscheinlich noch kein Mittel mitbekommen.

Für die Patienten(-eltern) ist es übrigens selten hilfreich, das Arzneimittelbild eines verschriebenen Mittels in Büchern nachzulesen. Es handelt sich dabei um eine Zusammenstellung aller Eigenheiten eines Mittels. Dieses dort gezeichnete Bild ist nicht auf den Patienten zu übertragen, der dieses Mittel wegen einzelner Krankheitssymptome bekommt.


Seite zuletzt aktualisiert am 28.01.2012


(c) 2013 - www.kinderundjugendmedizin.de - Alle Rechte vorbehalten!

Diese Seite drucken