Indikationsimpfungen

Indikationsimpfung / zusätzlich mögliche Impfungen

Seit 2013 ist es möglich, mit einem neuen Impfstoff Säuglinge ab 2 Monaten gegen Meningokokken B zu impfen. Meningokokkenerkrankungen sind gefährliche bakterielle Infektionen, die v.a. Hirnhautentzündungen (Meningitis) oder Blutvergiftung (Sepsis) verursachen und rasch zum Tode führen können. Eine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) ist bislang nicht erfolgt. Eine individuelle Impfemfehlung wird für Menschen mit erworbenen oder angeborenen Immundefekt ausgesprochen. Weitere Informationen finden Sie hier.


Eine Impfung gegen die Frühsommer-Meningoenzepahlitis (FSME) wird für Personen empfohlen, die in FSME-Risikogebieten Zecken ausgesetzt sind. Mit Zeckenstichen ist im Allgemeinen von April bis November zu rechnen. Auf diesen Karten finden Sie die aktuellen Risikogebiete in Deutschland (pdf - 1 MB) und in Europa (pdf - 1 MB). In Deutschland betrifft es Gebiete in der südlichen Hälfte. In Europa gibt es weitere Risikogebiete in Skandinavien, Nord- und Mittelitalien, Schweiz, Frankreich (Lothringen und Elsaß), Österreich, sowie komplett Osteuropa. Geimpft werden kann ab dem vollendeten 1. Lebensjahr. Da Kinder unter 3 Jahren weniger gefährdet sind und in dem Alter deutlich häufiger eine Fieberreaktion durch die Impfung hervorgerufen wird, sollte bei Indikation erst ab 3 Jahren geimpft werden. Eltern sollten sich bei Indikation in jedem Fall mitimpfen lassen, da Erwachsene wesentlich häufiger und schwerer erkranken als Kinder. Die Impfung der Eltern kann durchaus auch bei Ihrem Kinderarzt/Jugendarzt mit dem entsprechenden Impfstoff durchgeführt werden.

Kinder mit chronischen Erkrankungen der Atemwege, des Stoffwechsels, des Herz-Kreislauf-Systems, der Niere oder mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten sollten zusätzlich gegen Grippe (Influenza) geimpft werden. Dies ist bei Kindern ab dem 6. Lebensmonat möglich. Für 2 bis 6-jährige steht ein nasaler Impfschutz zur Verfügung. Die Impfung schützt für ein Jahr und sollte im Herbst, also vor Ausbruch der alljährlichen Grippewelle, durchgeführt werden. Nicht geimpft werden sollten Kinder mit einer bekannten Allergie gegen Inhaltsstoffe des Grippe-Impfstoffes oder einer Überempfindlichkeit gegen Hühnereiweiß.

Neben der Standardimpfung gegen Pneumokokken gibt es eine verlängerte und erweiterte Indikation für Kinder, die an bestimmten chronischen Erkrankungen (z.B. Diabetes, chronische Herz- und Lungenerkrankungen, chronische Nierenerkrankungen und Immunmangelkrankheiten) oder an angeborenen oder erworbenen Immundefekten leiden. Weiterhin wird die Impfung empfohlen für Kinder mit Gedeihstörungen oder neurologischen Krankheiten (z.B. Epilepsie).

Weitere Impfungen sind ggf. bei Reisen in bestimmte Länder notwendig. Für bestimmte Ziele in Europa kommen Impfungen gegen Hepatitis A und FSME in Frage, bei bestimmten außereuropäischen Ländern u.a. Tollwut, Gelbfieber und Typhus und Meningokokken A, W-135, Y. Viele Krankenkassen übernehmen auch Reiseimpfungen, welche Kasse was erstattet, finden Sie hier. Sie sollten sich insbesondere vor Reisen in süd- und außereuropäische Länder rechtzeitig (möglichst 3 Monate, mindestens 1 Monat vor Reiseantritt) ärztlich beraten lassen. Auch in unserer Praxis bieten wir eine Reisemedizinische Beratung an.

Auf diesen Karten finden Sie
FSME-Risikogebiete Deutschland in Landkartenübersicht (1 MB - pdf)
FSME-Risikogebiete Europa in Landkartenübersicht (1 MB - pdf)


Seite zuletzt aktualisiert am 23.10.2015


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