Indikationsimpfungen

Indikationsimpfung / zusätzlich mögliche Impfungen

Durch eine zwei- oder dreimalige Schluckimpfung ab der 7. Lebenswoche ist es möglich, die häufige Erkrankung an einer Magen-Darm-Infektion durch Rotaviren zu verhindern. Je nach Impfstoff muss spätestens im Alter von 12 oder 16 Lebenswochen mit der Impfung begonnen werden. Bislang übernehmen die Krankenkassen dafür nicht die Kosten. Ob wohl es noch keine Standardimpfung ist, übernehmen schon jetzt viele Krankenkassen dafür die Kosten. Eine aktuelle Liste der gesetzlichen Krankenkassen, die die Impfung gegen Rotaviren übernehmen, finden Sie hier.


Eine Impfung gegen die Frühsommer-Meningoenzepahlitis (FSME) wird für Personen empfohlen, die in FSME-Risikogebieten Zecken ausgesetzt sind. Mit Zeckenstichen ist im Allgemeinen von April bis November zu rechnen. Auf diesen Karten finden Sie die aktuellen Risikogebiete in Deutschland (pdf - 800 kB) und in Europa (pdf - 200 kB). In Deutschland betrifft es Gebiete in der südlichen Hälfte. In Europa gibt es weitere Risikogebiete in Skandinavien, Nord- und Mittelitalien, Schweiz, Frankreich (Lothringen und Elsaß), Österreich, sowie komplett Osteuropa. Geimpft werden kann ab dem vollendeten 1. Lebensjahr. Da Kinder unter 3 Jahren weniger gefährdet sind und in dem Alter deutlich häufiger eine Fieberreaktion durch die Impfung hervorgerufen wird, sollte bei Indikation erst ab 3 Jahren geimpft werden. Eltern sollten sich bei Indikation in jedem Fall mitimpfen lassen, da Erwachsene wesentlich häufiger und schwerer erkranken als Kinder. Die Impfung der Eltern kann durchaus auch bei Ihrem Kinderarzt/Jugendarzt mit dem entsprechenden Impfstoff durchgeführt werden.

Kinder mit chronischen Erkrankungen der Atemwege, des Stoffwechsels, des Herz-Kreislauf-Systems, der Niere oder mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten sollten zusätzlich gegen Grippe (Influenza) geimpft werden. Dies ist bei Kindern ab dem 6. Lebensmonat möglich. Die Impfung schützt für ein Jahr und sollte im Herbst, also vor Ausbruch der alljährlichen Grippewelle, durchgeführt werden. Nicht geimpft werden sollten Kinder mit einer bekannten Allergie gegen Inhaltsstoffe des Grippe-Impfstoffes oder einer Überempfindlichkeit gegen Hühnereiweiß.

Neben der Standardimpfung gegen Pneumokokken gibt es eine verlängerte und erweiterte Indikation für Kinder, die an bestimmten chronischen Erkrankungen (z.B. Diabetes, chronische Herz- und Lungenerkrankungen, chronische Nierenerkrankungen und Immunmangelkrankheiten) oder an angeborenen oder erworbenen Immundefekten leiden. Weiterhin wird die Impfung empfohlen für Kinder mit Gedeihstörungen oder neurologischen Krankheiten (z.B. Epilepsie). Diese Kinder erhalten bei fortbestehender Indikation einen weiteren (23-valenten) Impfstoff im 3. Lebensjahr mit Auffrischungen alle 3 Jahre.

Weitere Impfungen sind ggf. bei Reisen in bestimmte Länder notwendig. Für bestimmte Ziele in Europa kommen Impfungen gegen Hepatitis A und FSME in Frage, bei bestimmten außereuropäischen Ländern u.a. Tollwut, Gelbfieber und Typhus. Sie sollten sich insbesondere vor Reisen in süd- und außereuropäische Länder sollten Sie sich rechtzeitig (möglichst 3 Monate, mindestens 1 Monat vor Reiseantritt) ärztlich beraten lassen.

Auf diesen Karten finden Sie
FSME-Risikogebiete Deutschland in Landkartenübersicht (800 kB - pdf)
FSME-Risikogebiete Europa in Landkartenübersicht (200 kB - pdf)


Seite zuletzt aktualisiert am 15.08.2010


(c) 2010 - www.kinderundjugendmedizin.de - Alle Rechte vorbehalten!

Diese Seite drucken