vermeidbare Krankheiten

Diphterie

Diphtherie ist eine möglicherweise lebensgefährliche bakterielle Infektionskrankheit, die durch Gifte (Toxine) Haut, Schleimhaut, Herz und Nervensystem betreffen kann. Vor Einführung der vorbeugenden Impfung forderte die Erkrankung viele Opfer. In vielen Entwicklungsländern ist die Diphtherie jedoch noch weit verbreitet, aber auch in der ehemaligen Sowjetunion ist es bei Rückgang der Durchimpfraten wieder zu einer starken Zunahme der Krankheitsfälle gekommen.


Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Die Frühsommer-Meningoenzepahlitis (FSME) ist eine seltene Erkrankung, die durch Zeckenstiche übertragen werden kann. In FSME-Risikogebieten sind ca. 1 % der Zecken infektiös. Meist verläuft die Erkrankung mild, in bis zu 10 % der Fälle kann es zu einer Entzündung von Hirn und Hirnhäuten kommen, teilweise auch mit Lähmungen. Im Kleinkindesalter überwiegen die gutartigen Verläufe.


Echte Grippe (Influenza)

Die echte Grippe (Influenza) ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, sie ist nicht zu verwechseln mit dem "grippalen Infekt", mit dem im Allgemeinen letztlich harmlose Atemwegserkrankungen bezeichnet werden. Den durch Influenza-Viren hervorgerufenen Epidemien fallen immer wieder viele Menschen zum Opfer. Da sich die Erreger ständig verändern, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein weltweites Überwachungssystem eingerichtet, um eine Veränderung der Viren rechtzeitig ermitteln zu können. Diese Erkenntnisse werden dann für die Entwicklung neuer Impfstoffe genutzt.


Haemophilis influenzae Typ b (Hib)

Haemophilus influenzae Typ b (Hib) ist vor allem bei Kleinkindern bedeutsam. Diese Keime können bei ihnen vor allem eine besonders schwere Form der Hirnhautentzündung und eine lebensbedrohliche Entzündung des Kehldeckels (Epiglottitis) hervorrufen.


Hepatitis B

Hepatitis B ist eine weltweit verbreitete Viruserkrankung, die auch in Deutschland zunimmt. Die Übertragung erfolgt über Blut(-produkte) und über Geschlechtsverkehr. Der akute Verlauf einer Hepatitis B – Erkrankung ist häufig mild, heftige Formen mit hoher Sterblichkeit sind selten. Die größte Gefahr geht von einer chronischen Hepatitis B – Erkrankung aus, die Wahrscheinlichkeit für einen chronischen Verlauf beträgt im Neugeborenenalter 90 % und nimmt bis zum Erwachsenenalter (5 – 10 %) kontinuierlich ab. Hauptkomplikationen der chronischen Form sind u.a. die Leberzirrhose, die u.a. zum Funktionsverlust des Organs führt, und der Leberzellkrebs. Die zur Zeit vorhandenen Behandlungsmöglichkeiten führen nur bei einem Teil der Patienten zum Erfolg und können bei jüngeren Kindern nicht eingesetzt werden.


Humane Papilloma Viren (HPV)

Humane Papilloma Viren (HPV) 99,7% des Gebärmutterhalskrebses gehen auf Humane Papilloma Viren (HPV) zurück, die durch die Impfung abgedeckten HPV-Typen sind für 70% der Krebsentstehung verantwortlich. Der Gebärmutterhalskrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen, rund die Hälfte der Erkrankungen verlaufen tödlich.


Keuchhusten (Pertussis)

Keuchhusten (Pertussis) ist eine hochansteckende bakterielle Infektionskrankheit, die in erster Linie quälende Hustenanfälle auslöst. Die Hauptsymptomatik kann bis zu 6 Wochen anhalten, die vollständige Erholung dauert ebenfalls mehrere Wochen. Todesfälle treten vor allem bei Säuglingen durch mögliche Atempausen auf. Weitere Komplikationen können u.a. eine Lungenentzündung sein.


Kinderlähmung (Polio)

Kinderlähmung (Polio) wird durch Viren ausgelöst und kommt weltweit vor. In vielen Ländern ist sie durch Impfungen fast völlig verschwunden. Komplikationen sind eine mögliche Hirnhautentzündung und vor allem Lähmungen der Muskulatur in unterschiedlichem Ausmaß. Die Lähmungen sind mit ca. 1 % zwar selten, aber potentiell lebensbedrohlich und bilden sich nur in der Hälfte der Fälle wieder zurück.


Masern

Masern sind eine weltweit verbreitete Viruserkrankung. Aufgrund mangelnder Durchimpfungsraten treten sie auch in Deutschland noch immer in größeren Epidemien auf. Masern sind eine ernste und bedrohliche Erkrankung, Todesfälle kommen besonders im Säuglingsalter und bei immunschwachen Menschen vor. Als Komplikationen sind u.a. Lungenentzündungen, Mittelohrentzündungen und in bis zu 1:500 Fällen auch Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis) möglich. Bei der Enzephalitis durch Masern kommt es auch heute noch zu häufigen Todesfällen oder bleibenden Schäden. Besonders gefürchtet ist die in sehr seltenen Fällen nach Jahren auftretende Subakute Sklerosierende Panenzephalitis, sie führt in den meisten Fällen innerhalb weniger Jahre zum Tod.


Meningokokken

Meningokokkenerkrankungen sind gefährliche bakterielle Infektionen, die v.a. Hirnhautentzündungen (Meningitis) oder Blutvergiftung (Sepsis) verursachen. Sie beginnen zunächst mit leichten Krankheitszeichen und können innerhalb von 24 Stunden zum Tode führen. Selbst bei bester medizinischer Versorgung stirbt 1 von 10 Patienten und haben 2 von 10 Erkrankten dauerhaft schwere Folgeschäden. Bei den Meningokokken gibt es mehrere Untergruppen, von denen in Deutschland fast ausschließlich C und B vorkommen. Die Gruppe B macht etwa 65% der Meningokokken-Infektionen aus. In Deutschland erkranken aktuell jährlich ca. 250 Menschen schwer durch Meningokokken B. Erkrankungsgipfel sind im Säuglings- und Kleinkindalter, sowie im späteren Jugendalter.


Mumps

Mumps ist eine weltweit verbreitete Viruserkrankung. Die Erkrankung verläuft sehr vielgestaltig. Neben den offensichtlich betroffenen Speicheldrüsen sind oft auch die Bauchspeicheldrüse und die Hirnhäute befallen. Die Erkrankung heilt im Kindesalter meist folgenlos aus. Im Jugendalter kommt es bei bis zu 1/3 der männlichen Patienten zu einer Entzündung des Hodens, was zu einer Zeugungsunfähigkeit führen kann.


Pneumokokken

Pneumokokken sind mögliche bakterielle Erreger u.a. einer Lungenentzündung (Pneumonie), Mittelohrentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung, Blutvergiftung (Sepsis) und Hirnhautentzündung (Meningitis). Jenseits der Neugeborenenzeit sind Hirnhautentzündungen zu 20 % durch Pneumokokken verursacht.


Röteln

Röteln sind eine weltweit verbreitete Viruserkrankung, der Verlauf ist meist komplikationsfrei. Erkrankt jedoch eine schwangere Frau an Röteln, kann ihr ungeborenes Kind schwere Schäden erleiden.


Rotaviren

Rotaviren sind die häufigsten viralen Auslöser von Magen-Darm-Infektionen bei Säuglingen und Kleinkindern. Sie sind sehr widerstandsfähig und hochansteckend. Insbesondere bei kleinen Kindern kann es zu schweren Verläufen kommen. Geschätzt 1 von 47 Kindern unter 5 Jahren mit einer Rotavireninfektion müssen im Krankenhaus behandelt werden. In knapp 400 Fällen europaweit (Risiko 1/14000) endet die Erkrankung tödlich.


Windpocken (Varizellen)

Windpocken (Varizellen) sind weltweit verbreitet, sie gehören zu den häufigsten Infektionskrankheiten im Kindesalter. In bis zu 16 % der Fälle verlaufen die Windpocken schwer, in knapp 6 % der Fälle kommt es zu Komplikationen, in 0,8 % der Fälle ist eine Krankenhausbehandlung notwendig. Komplikationen sind bakterielle Superinfektionen, Entzündungen der Lunge oder großen Atemwege, Entzündungen des Mittelohres oder neurologische Störungen. Als neurologische Komplikationen sind Entzündung des Gehirnes und der Hirnhäute, Entzündung des Kleinhirnes und Krampfanfälle möglich. Besonders gefährlich sind Menschen mit einem geschwächten Abwehrsystem, Erwachsene über 30 Jahre und Neugeborene in der ersten Lebenswoche. Geschädigt werden können auch ungeborene Kinder von an Windpocken erkrankten Müttern. Eine mögliche Folgeerkrankung im Erwachsenenalter ist die Gürtelrose (Zoster).


Wundstarrkrampf (Tetanus)

Wundstarrkrampf (Tetanus) ist eine Erkrankung, die durch das Gift (Toxin) des Bakteriums Clostridium tetani kaum kontrollierbare generalisierte Krämpfe der Muskulatur verursacht. 25 – 60 % der erkrankten Menschen versterben daran. Da diese Bakterien nahezu überall verbreitet sind, kann man ihnen kaum aus dem Weg gehen. Die einzige Möglichkeit sich zu schützen, ist eine Schutzimpfung.


Seite zuletzt aktualisiert am 23.10.2015


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